30. September 2022, 08:45 Uhr

Handball

Litvinov steht vor Debüt

Rückraumspielerin fiebert Einsatz bei HSG Gedern/Nidda entgegen.
30. September 2022, 08:45 Uhr
FLO
Ruslana Litvinov (am Ball) will am Sonntag ihr Debüt im HSG-Trikot feiern. FOTO: PRIVAT

Erst fehlte die Spielberechtigung. Dann kam eine kleine Verletzung dazwischen. Schließlich stand parallel ein Jugendspiel an. Aus dem Debüt von Neuzugang Ruslana Litvinov für die Drittliga-Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda wurde bislang nichts. Nun aber soll es endlich klappen. Wenn die Wetterauerinnen am Sonntagabend (18 Uhr, Gymnasiumhalle Nidda) die HSG Bensheim/Auerbach II zum Spitzenspiel zu Gast haben, ist auch das 15-jährige Top-Talent aus Wetzlar an Bord.

Lehrgang beim U17-Nationalteam

Die ersten drei Tage dieser Woche hat Litvinov nicht in der Heimat, sondern in Hannover verbracht. Beim Regionallehrgang der deutschen U17-Nationalmannschaft. Bereits zum dritten Mal war die Rückraumspielerin, die auch in der Hessenauswahl spielt, bei einem Lehrgang des Deutschen Handballbunds (DHB) dabei. Mit dem Umstand, dass sich die Schülerin, die die zehnte Klasse der Wetzlarer Freiherr-vom-Stein-Schule besucht, in den Reihen des DHB etablieren will, hängt auch der Wechsel zur HSG Gedern/Nidda zusammen. »Uns wurde gesagt, dass wir in der 3. Liga spielen sollen, um uns weiterzuentwickeln«, erzählt Litvinov, die dabei Unterstützung von Alois Mraz und Martin Saul, ihren Trainern beim Hessischen Handballverband, erhielt.

Bei der in die Oberliga abgestiegenen HSG Kleenheim-Langgöns, ebenfalls von Saul trainiert, war Litvinov im Training, ebenso bei der HSG Gedern/Nidda. Den Zuschlag erhielten die Wetterauerinnen.

Doppelspielrecht

Für diese läuft Litvinov nun mittels Doppelspielrecht auf. Das geht nur deshalb, weil sie DHB-Kaderspielerin ist. Parallel wirft der Blondschopf weiterhin Tore für den TUS Vollnkirchen. Für den Klub aus der Gemeinde Hüttenberg spielt sie seit der C-Jugend, begonnen hatte sie einst als Dreijährige beim TV Aßlar. In der vergangenen Saison warf sie die C-Jugend des TUS mit 90 Treffern in sechs Spielen zur Landesliga-Meisterschaft, trug mit 54 Toren zusätzlich erheblich zu selbigem Titel der B-Jugend bei. Mit der Vollnkirchener B-Jugend ist Litvinov in der laufenden Saison nun in der Oberliga zugange. Und es läuft: Erst gab es einen 28:26-Erfolg bei der HSG Rodgau Nieder-Roden, dann einen 29:21-Heimsieg gegen die SG 09 Kirchhof. Jeweils mit Litvinov als herausragender Spielerin: In Nieder-Roden netzte sie 18-mal (davon sechs Siebenmeter) ein, gegen Kirchhof neunmal. Man darf diese Leistungen gewiss als den Lohn harter Arbeit betrachten. Sechsmal pro Woche trainiert Litvinov - montags am DHB-Stützpunkt in Bensheim, donnerstags in Nidda, die restlichen drei Abende mit ihrem Jugendteam. Dazu am Mittwochvormittag an der Goethe-Schule in Wetzlar unter der Leitung von Lehrer und Ex-Nationalspieler Volker Michel, der für das Regionale Talentzentrum Wetzlar an verschiedenen Schulen Nachwuchsförderung betreibt. »Wir sind aktuell dran, dass ich auch dienstags mal nach Nidda ins Training gehe«, erzählt das Talent. Denn: »Ich merke dort im Training, dass ich viel mehr an meine Grenzen gebracht werde und viel Neues lernen kann. Das Training ist der Hammer«, schwärmt sie, die bis vor rund zwei Jahren auch noch Volleyball bei den Biedenkopf-Wetter Volleys spielte.

Für Breiler ein Ausnahmetalent

Im Rückraum kann Litvinov alle Positionen einnehmen. »Sie hat die Qualität, um bei uns in der 3. Liga mitzuspielen, verfügt über eine sehr gute Athletik, spielt eine gute Abwehr«, ist Gedern/Niddas Trainer Christian Breiler begeistert und spricht von einem »Ausnahmetalent«. Er weiß, dass die HSG für die Wetzlarerin nicht mehr als ein Sprungbrett sein dürfte. »Aber wir sind glücklich, dass wir so einen Weg begleiten dürfen und wollen ihr die bestmögliche Unterstützung geben«, betont der 45-Jährige. In welche Sphären es einmal gehen soll? Litvinov: »Idealerweise will ich irgendwann 1. Bundesliga spielen, die Nationalmannschaft wäre ein Traum. Aber es ist sehr groß, das so zu sagen. Ich gucke jetzt erst einmal, wie diese Saison wird.« Am Sonntagabend trifft der Tabellenzweite HSG Gedern/Nidda auf den Spitzenreiter HSG Bensheim/Auerbach II. Möglicherweise darf sich Litvinov dann erstmals in der 3. Liga beweisen. »Ich bin ein bisschen nervös, aber freue mich super darauf. Dass ich endlich mit einem Trikot auf die Bank kann, ist schon etwas Besonderes.« Noch mehr, wenn es im vierten Anlauf dann tatsächlich mit dem Debüt klappen sollte.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos