19. August 2022, 19:27 Uhr

IM INTERVIEW

Zwei Generationen auf einem Platz

19. August 2022, 19:27 Uhr
RBI
Wer im Hause Parson tatsächlich die Füße unter wessen Tisch hat, zeigt sich am Sonntag beim »Familienduell«: Papa Gino (l.) mit Sohnemann Kilian (hier noch im Trikot des FC Gießen II). Foto: Froese

. Dass Vater und Sohn in einer Meisterschaftspartie gegeneinander spielen, kommt nicht so oft vor. Ausnahmen bilden die Regel, so auch am kommenden Sonntag, wenn es bei der Begegnung der Fußball-Verbandsliga Mitte zwischen dem FC TuBa Pohlheim und dem SC Waldgirmes II zum Duell Parson gegen Parson kommt. Der 43-jährige Vater Gino agiert aufseiten des Gastgebers, Sohnemann Kilian (18 Jahre) indes bei derHessenliga-Reserve der Lahnauer im offensiven Mittelfeld ihrer Teams.

Während Routinier Gino nach der U19-Jugend beim VfB 1900 Gießen auf 17 Stationen - darunter der SC Waldgirmes, Teutonia Watzenborn-Steinberg sowie Eintracht Stadtallendorf und zuletzt FC Gießen - auf eine stattliche Karriere zurückblickt, kam Kilian, der gerade sein Fachabitur gemacht hat, nach seinen ersten Kicker-Erfahrungen schon mit drei Jahren in Reiskirchen über den VfB 1900 Gießen, die TSG Wieseck und der A-Jugend des FC Gießen zum SC Waldgirmes II. Und da hat er zuletzt mit seinem Treffer in der Schlussminute zum 3:2 gegen den FC Ederbergland seinen SCW II zum Dreier verholfen.

Kilian, warum sind Sie zum SC Waldgirmes gegangen und nicht zu TuBa zu Ihrem Vater?

Kilian: Mein Papa hatte dort eine sehr gute Zeit und mir gesagt, das ist ein gut geführter Verein, da kannst du nichts falsch machen. Der Trainer wollte mich auch haben, da hat mein Papa gesagt, mach deinen eigenen Weg.

Gino: Ich habe vor vier Wochen bei TuBa für die kommende Runde zugsagt. Ich habe nicht erwartet, dass Kilian mitkommt. Ich wollte, dass er zu einem Verein mit guter Ausbildung geht, und da ist der SC Waldgirmes mit erster Mannschaft in der Hessenliga und zweiter in der Verbandsliga prädestiniert dafür.

Was sind die Stärken und Schwächen von Kilian?

Gino: Er ist einen Schritt weiter, als ich es mit 18 Jahren war. Seine Stärken sind eine gute Technik und sein Kopfballspiel. Außerdem hat er einen Torinstinkt, er trifft aus Positionen, wo eigentlich keiner steht. Er hat in acht Vorbereitungsspielen fünf Tore erzielt, das ist für einen A-Jugendspieler okay. Ich habe mich gefreut, dass er den Siegtreffer gegen Ederbergland gemacht hat. Verbesserungswürdig ist noch sein Zweikampfverhalten. Ich freue mich, dass er einen Schub nach vorne gemacht hat, auch in Sachen Erwachsenwerden.

Und was schätzen Sie besonders bei Ihrem Vater als Fußballer?

Kilian: Seine Erfahrung, Entspanntheit und Coolness auch auf dem Platz. Er hat in jeder Spielsituation ein gutes Auge, das haben nicht viele.

Und passt das bisher beim SC Waldgirmes?

Kilian: Ich wurde im Spiel beim VfB Marburg eingewechselt und habe gegen Ederbergland die letzten 15 Minuten gespielt und den Siegtreffer in der 90. Minute erzielt.

Was erwarten Sie für die kommende Partie, in der Sie aufeinandertreffen?

Gino: Wir sind ganz klar der Favorit, aber Waldgirmes hat ein junges Team mit talentierten Spielern und kann befreit aufspielen. Ich erwarte, dass sie sich verstärkt zurückziehen und versuchen, Nadelstiche zu setzen.

Kilian: Das ist ein sehr, sehr schweres Spiel für uns, denn TuBa ist erfahren und wir haben eine junge Mannschaft. Wenn wir die Leistung wie gegen Ederbergland zeigen, können wir es zumindest TuBa schwer machen.

Was ist für Ihre Mannschaft in dieser Runde noch möglich?

Gino: Wir spielen noch nicht so, wie wir wollen. Wir haben noch keinen richtigen Rhythmus gefunden, aber die Klasse schlummert in uns. Deshalb bin ich sicher, dass es zukünftig schwer sein wird, gegen uns zu gewinnen.

Kilian: Einen Mittelfeldplatz zu erreichen, wäre gut, der Klassenerhalt ist machbar. Hoffnung macht, dass wir zuletzt gegen eine gute Mannschaft gewonnen haben.

Gino und Kilian Parson



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