09. August 2022, 17:21 Uhr

Nahtlos an gute Tradition angeknüpft

09. August 2022, 17:21 Uhr
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Konzentriert beim Sprung: Silas Förster vom gastgebenden Verein ist mit Quantico auf dem Parcours unterwegs. Foto: Schepp

Ruttershausen . So, als hätte es keine zweijährige Corona-Pause und keine Veränderungen gegeben, dokumentierte das Ruttershäuser Springturnier wieder seine besondere Stellung im mittelhessischen Reitsport. Nein. Nur fast so, als wäre es ein nahtloser Anschluss an vorausgegangene Turniere. Denn das Springer-Treffen auf dem schmucken Platz an der Lahn fand erstmals ohne Udo Weimer statt, den verstorbenen Spiritus rector des Turniers.

Darauf ging Timo Weimer, Sohn und 1. Vorsitzender des Reitsportclubs (RSC) Ruttershausen, in seinen gleichermaßen bewegenden wie erinnernden Worten vor dem zweiten M*-Springen der Veranstaltung am Samstag ein. Denn diese Prüfung war Udo Weimer zum Gedächtnis gewidmet. Das Siegerschleifchen durfte sich Lena Schneemann vom KRV der Schwalm an ihr Pferd Debelina nach einem Null-Fehler-Ritt mit der besten Zeit von 63,01 Sekunden heften lassen.

Vier M*-Springen an drei Tagen sind seit Jahren das Markenzeichen der Drei-Tages-Veranstaltung in Ruttershausen. Auf dem etwas engen, aber bestens hergerichteten Platz tummeln sich möglicherweise auch deshalb nicht nur Springreiterinnen und Springreiter aus der Umgebung, sondern aus ganz Hessen mit ihren Pferden. Und so war der dritte Platz von Lea Sophie Baberg vom RFV Lich auf Pretty Little Liar der einzige Medaillenrang mit direkt mittelhessischer Beteiligung.

Neben Lena Schneemann gingen die Siegerembleme der M-Konkurrenzen an: Linus Georg Weber vom RSC Dagobertshausen auf Hubertushof’s No Problem mit einem fehlerlosen 62,07-Sekundenritt in der Auftakt-Konkurrenz; Elena Ditschke (LRFV Eiterfeld) mit For Carthago in einer M-Prüfung mit Joker mit 65 Punkten und 57,49 Sekunden; sowie zum Abschluss an Andreas Kamm von der Domäne Kinzigheimer Hof, der auf Fiene das Stechen von sieben Qualifizierten ohne Fehler mit einer blitzsauberen Zeit von 33,84 Sekunden gewann.

Es waren aber auch heimische Erfolge in den 19 Prüfungen zu notieren. Vor allem für den gastgebenden RSC. Nadine Flemming gewann auf Valpolichella die zweite Abteilung eines A**-Springens, genauso wie Alexandra Sophie Smith (Fame) und Johanna Weimer (Stadira) jeweils eine E-Prüfung. Mit dritten Plätzen bereicherten die Ruttershäuser Erfolgsbilanz: Paula Audi auf Lady Berlin in einem A**-Wettbewerb, Alexander Ernst mit Le Chiffre in einem L-Springen sowie Nadine Flemming und Valpolichella in einer weiteren A**-Konkurrenz.

Einen Doppelerfolg feierte Luca Thomas Glaeser vom RFV Rodheim-Bieber in einer Prüfung A* Weg und Zeit: Er gewann mit Charly Walker von der Held und belegte mit Coldplay Junior Platz zwei. Einen zweiten und dritten Platz verbuchte Joana Göring (RFV Schwingbachtal) in einem E-Springen: Mit Apollo landete sie knapp vor Nero. Bliebe der zweite Platz von Finia Friebertshäuser (RSC Hungen) auf Now or Nevers Pokemon in einer L-Konkurrenz und Rang drei von Martin Baumann vom RFV Laubach auf Dalika in einem A**-Wettbewerb.

Das Mannschafts-Springen der Klasse A* sicherte sich die Mannschaft vom RFV Lich (mit Geburtstagskind Lena Habermehl/Inga, Emma Marie Vogelhöfer/Mira und Till Schmidt/Sergeant Pepper) vor dem Gastgeber-Team und der Mannschaft des RSC Hungen.

Alles in allem Gründe, warum Timo Weimer sich sowohl auf dem Platz als auch im Gespräch hochzufrieden zeigte. »Wir können wieder durchstarten. Das macht einfach Spaß, das hier zu machen. Es läuft alles problemlos. Wir sind sehr zufrieden.« Dazu trug bei, dass in bester Tradition wieder viele Helfer aus anderen Ruttershäuser Vereinen (allen voran der Carneval Club) zur Stelle waren und für einen reibungslosen Ablauf sorgten. Wäre nicht die Kirmes im Ort Mitte Juli wieder aufgenommen worden, angesichts des Zuspruchs an Besuchern könnte das Springturnier als kleiner Ersatz durchgehen.

Und auch der neue Turniersprecher dürfte nach dem Geschmack des veranstaltenden RSC gewesen sein. »Der Veranstalter zeigt sich wie gewohnt großzügig«, kommentierte Jochen Daun aus Herborn etliche Siegerehrungen. Und überzeugte nicht nur mit kenntnisreichen und unterhaltsamen Sprüchen zu Pferd und Reiter, sondern wusste auch zu jedem Hindernis den Sponsor zu nennen. Es hat sich schon einiges verändert in Ruttershausen beim Springturnier.



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