21. Juni 2022, 17:09 Uhr

Erfahrung sammeln angesagt

21. Juni 2022, 17:09 Uhr
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Bei den Süddeutschen auf Platz vier gelaufen: Die 4x400m-Staffel des LAZ Gießen, von links: Inga Schneider, Luise Jacobi , Merle Hinz, Sarah Gilles. Foto: jth

Hessen, Bayern, Baden-Württemberg, Saarland: Über 800 Athletinnen und Athleten aus vier Bundesländern reisten am Wochenende nach Frankfurt, um sich miteinander zu messen. Die süddeutschen Leichtathletik-Meisterschaften der U23 und der U16 standen an. Bei viel Trubel, starken Gegnern und großen Feldern ging es für einige Gießener bei diesem Event vor allem um eines: Erfahrungen sammeln.

Wobei sich die Teilnehmerfelder am Wochenende besonders auf den Mittel- und Langstrecken in Grenzen hielten. Grund dafür war eine hochklassig besetzte Laufgala im 30 Kilometer entfernten Pfungstadt - an der einige Athleten aus der Region teilnahmen.

Luft nach oben bei Laurenz Müller

Nicht allerdings Mittelstreckler Laurenz Müller, der sich der Konkurrenz über 800m am ersten Tag in Frankfurt stellte. Aufgrund seiner guten Meldezeit aus dem Vorjahr landete Müller im schnelleren der zwei Zeitläufe - und verlor bald den Kontakt zum Feld. In 2:12,90 Minuten reichte es am Ende zu Rang elf. Athlet und Trainer Erich Gebhardt waren sich einig, dass hier Luft nach oben war.

Luft nach oben ist auf den 400m Hürden im Grunde fast immer. Irgendeine Hürde passt nicht ganz, man wechselt plötzlich Schwungbein oder Rhythmus. Bei Sarah Gilles passierte dieser Wechsel bei Hürde sechs. Zwei Schritte mehr, ein Tempoverlust - und dennoch eine neue Bestzeit. In 63,94 Sekunden rannte Gilles auf Rang sechs. Vorne war Antonia Unger vom TV Wetzlar etwa zwei Sekunden schneller.

Knappe zwei Stunden vor Gilles stand mit Kyra Engel (LG Langgöns/Oberkleen) eine weitere lokale Vertreterin am 100-Meter-Start. In der Mittagshitze schied Engel in 12,86 Sekunden im Vorlauf aus. Die Zeit war nicht ganz das, was Engel wenige Wochen vorher in Baunatal gelaufen war - aufgrund der warmen Temperaturen aber kein Beinbruch. In 26,21 lief Engel am Sonntag über 200 m erneut ihrer Saisonbestzeit etwas hinterher. Am Ende wurde es über die halbe Stadionrunde Rang elf.

Chiara James im Pech

Die vielleicht größte lokale Medaillenanwärterin ging an Tag zwei im Weitsprung an den Start: Chiara James (TSG Gießen-Wieseck) beeindruckte vor wenigen Wochen bereits mit einem Satz über sechs Meter. In Frankfurt lief es jedoch suboptimal: Ein verstauchter Fuß aus der Vorwoche, ein instabiler Anlauf und erstmal zwei ungültige Versuche. Nach 5,38 m im Dritten flog James danach immerhin auf 5,60 m. Das reichte zu Rang fünf, ist aber laut Trainer Elmar Knappik nicht das, was eigentlich möglich wäre.

Im selben Wettkampf gab’s für Merle Hinz vom LAZ Gießen den »Salto Nullo«: Drei Ungültige trotz intensiver Korrektur nach hinten. Die optische Messanlage in Frankfurt war gnadenlos. Dennoch waren Hinz sowie Trainer Markus Czech damit einverstanden: Das Potenzial wurde deutlich - »Es muss eben alles stimmen und ich glaube, dass es noch in Richtung 5,60m gehen kann«, bilanzierte Czech.

Für die U16-Athletinnen Tabea Brusius sowie Smilla Stöppler vom LAZ ging es indes vor allem ums Erfahrungen sammeln. Bei ihrer ersten süddeutschen Meisterschaft lief Brusius über 2000 m in 8:20,55 min zu Rang 17. Stöppler gelang im Hochsprung mit 1,52 m eine zufriedenstellende Leistung - sie wurde Siebte.

Abschließend schickte das LAZ auch noch eine 4x400 m-Staffel ins Rennen: Inga Lene Schneider, Luise Jacobi, Merle Hinz und Sarah Gilles trugen das Holz in 4:04,82 Minuten als Vierte ins Ziel.

Und beendeten damit ein ereignisreiches Leichtathletikwochenende, das bereits am Donnerstag in Marburg (sie Bericht auf dieser Seite) begonnen hatte.



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