10. August 2022, 22:18 Uhr

Rudern

Am Ende nur Schadensbegrenzung

Gießen-Achter, von Krankheitswelle gebeutelt, enttäuscht in Minden
10. August 2022, 22:18 Uhr
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Aus der Redaktion
Kein Ruderglück in Minden für den Gießen-Achter. Foto: RBL/Pischke

War der Gießener Achter bisher von Krankheitswellen verschont geblieben, musste Trainer Rainer Koppmann vor dem dritten Renntag gleich mit einer Reihe von krankheitsbedingten Ausfällen umgehen. So reiste die Mannschaft deutlich geschwächt zum dritten Bundesliga-Renntag nach Minden.

Schon beim morgendlichen Zeitfahren kündigte sich das Drama für den Gießen-Achter an. Nicht nur im direkten Vergleich unterlagen sie dem Team aus Bochum und Witten, auch im Zeitfahren kam der Tabellenachte nur auf den 14. Platz. Damit musste er im Achtelfinale gegen den Tabellendritten, das Team aus Osnabrück antreten.

Die Gießener versuchten, die Niedersachsen mit einem starken Start zu überraschen und setzten sich früh vor das gegnerische Boot. Doch die Ruderer aus Osnabrück ließen sich davon nicht beeindrucken. Mit wuchtigen Schlägen holten sie die Hessen erst ein und zogen dann an ihnen vorbei. Mit fast vier Sekunden Vorsprung verwies kam Osnabrück in diesem Duell deutlich als Erster ins Ziel.

Nach zwei verlorenen Rennen machte sich Unsicherheit bei den Ruderern von der Lahn breit. Das zeigte sich im Viertelfinale gegen Leipzig bereits bei den ersten Schlägen. Der sonst so souveräne Start misslang den Gießenern deutlich. Unsauber ruderten sie den Sachsen hinterher. Erst nach rund 200 Metern fanden die Ruderer hinter Schlagmann Birkhan zusammen und konnten zu einem kräftigen Endspurt ansetzen. Zug um Zug kamen sie nochmal an Leipzig heran. Doch wieder reichte es für die Hessen nicht, die mit einem Luftkasten Rückstand als Zweite über die Linie kamen.

Im Halbfinale lag erneut das Boot aus Bochum/Witten neben den Gießenern in den Startblöcken. Nach der Niederlage im Zeitfahren wollten die Ruderer von der Lahn nun die Revanche gegen den Tabellensechzehnten. Es schien auch so, als entlud sich mit dem Startsignal der angestaute Frust aus den letzten Rennen. Mit einem guten Start setzten sich die Gießener früh vor das Boot aus dem Ruhrgebiet. Schlag um Schlag bauten sie ihren Vorsprung aus, als wollten sie allen zeigen, dass sie nicht in diesen Tabellenkeller gehörten. Mit einer über halben Bootslänge Vorsprung kam Gießen ins Ziel.

Für das letzten Rennen musste Trainer Koppmann zwei weitere Ruderer aus der Stammbesetzung krankheitsbedingt auswechseln und das Boot umsetzen. Schlagmann Birkhan wechselte spontan die Position und Seite und fand sich auf Steuerbord wieder, Nico Weber rückte auf die Schlagposition.

Keine ungefährliche Entscheidung, so kurz vor einem Rennen. So dauerte es nach dem Start einige Schläge, bis die neue Zusammensetzung sich gefunden hatte. Doch dann fanden die Ruderer in ihren Rhythmus und zogen an dem Boot aus Kassel vorbei. Mit klarem Vorsprung sicherten sich die Gießener den Sieg im letzten Rennen - angesichts von Platz 15 in der Tageswertung glich das aber eher Schadensbegrenzung als einem Grund zum Jubeln.

So sah es auch der Schlagmann des Bundesligisten: »Das war absolut kein schöner Renntag. Aber mehr war in dem Zustand, in dem wir uns seit zwei Wochen befinden, nicht drin«; konstatierte Johannes Birkhan. Auch Nico Weber war bedient: »Wir konnten in keinem Rennen die Leistung abrufen, zu der wir eigentlich in der Lage sind. Das ist nach den ersten beiden guten Regatten jetzt bitter.«

In Minden waren für Gießen an Bord: Simon Baar, Michel Dronka, Sven Förster, Nico Weber, Michael Wieler, Stephan Wahner, Fabian Kröber, Felix Weber, Johannes Birkhan, gesteuert von Greta Puvogel.

Mit bisher drei Siegen aus drei Regatten führt Münster unangefochten die Tabelle an, gefolgt von Mülheim und Osnabrück. Dahinter folgen Hannover, Hamburg, Berlin, Mainz und Frankfurt. Gießen rutscht auf Platz neun vor Hameln, Minden, Hanau und Krefeld. Dahinter folgen Bremen, Leipzig und Witten/Bochum. Kassel und der Rheinland-Achter bilden den Schluss.



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