06. Juni 2021, 21:07 Uhr

HSG Wetzlar

Starker Torwart Silvio Heinevetter bei Hessenderby-Niederlage der HSG Wetzlar

Die HSG Wetzlar verliert das Hessenderby bei der MT Melsungen mit 28:30. Letztlich scheitert das Handball-Bundesliga-Team von Trainer Kai Wandschneider zu oft an Torwart Silvio Heinevetter
06. Juni 2021, 21:07 Uhr
Daniela_Pieth
Von Daniela Pieth
Nur schwer zu bezwingen: Melsungens Torwart Silvio Heinevetter, der sich beim Sieg im Hessenderby vor Emil Mellegard (HSG Wetzlar) breit macht. FOTO: IMAGO

Mit 28:30 (15:17) musste sich die HSG Wetzlar im Hessen-Derby der Handball Bundesliga bei der MT Melsungen geschlagen. Damit rutscht die Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider nach dem 33. Spieltag in der Tabelle auf den neunten Platz ab. »Wir hatten uns schon ein bisschen was ausgerechnet«, gab er nach dem Spiel zu. »Ich bin nicht zufrieden. Wir sind letzten Endes an Silvio Heinevetter gescheitert.«

Ohne die Langzeitverletzten Stefan Cavor, Olle Forsell Schefvert und Alexander Feld ging es für die Grün-Weißen um die Vorherrschaft in Hessen. Doch auch die Gastgeber mussten auf Michael Allendorf und Felix Danner verzichten, die nach der Niederlage im DHB-Pokalfinale mit muskulären Problemen ausfielen. So begann Wandschneider mit der ihm verbliebenen Rückraumreihe Lenny Rubin, Magnus Fredriksen und Ivan Srsen, wobei der Mittelmann Fredriksen in der Abwehr von Philipp Henningsson entlastet wurde.

Der in den letzten Wochen gut aufgelegte Lenny Rubin brachte seine Farben mit 1:0 in Führung, scheiterte danach jedoch an MT-Torhüter Silvio Heinevetter. Melsungen ging trotz der hohen Belastung und der Pokalniederlage im Rücken sehr konzentriert zu Werke. Vor allem Timo Kastening ballerte sich den Frust von der Seele, netzte per Doppelpack zum 3:1 ein. Der Stachel saß tief, im Pokalfinale nicht zum Einsatz gekommen zu sein. Bis zur Pause erzielte der National-Rechtsaußen acht seiner neun Treffer und wurde dabei von seinen Nebenleuten glänzend in Szene gesetzt. Darunter auch ein spektakuläres Kempa-Tor, das ihm Heinevetter nach Parade gegen Rubin quer durch die Halle auf Höhe von sieben Metern servierte. »Gerade nach so einem enttäuschenden Wochenende ist es wichtig, zu gewinnen«, erklärte der Linkshänder hinterher bei Sky.

Wetzlar bereitete seine Angriffe gewohnt flüssig und geduldig vor, leistete sich aber ein paar technische Fehler und Fehlwürfe, die die MT immer wieder zu Drei-Tore-Führungen nutzte. Nach dem 6:9 arbeitete sich die HSG wieder auf 9:10 durch Ivan Srsen heran, fand seinen Meister aber zu oft in Heinevetter. Allein drei von vier Siebenmetern kaufte er den Grün-Weißen ab und entschied das Tourhüter-Duell eindeutig für sich. Nach Rubins 10:11 gegen einen Block von Melsungens Finn Lemke legten die Gastgeber einen Zwischenspurt zum 15:11 ein, den Wandschneider mit einer Auszeit unterbrach.

Kurz zuvor hatte er im Angriff bereits mit dem siebten Feldspieler agiert und Lars Weissgerber im rechten Rückraum für Srsen eingewechselt. Der Rechtsaußen kümmerte sich in der Abwehr um MT-Shooter Kühn, und so gelang es den Wetzlarern, bis zur Pause auf 15:17 heranzukommen. »Unsere 6:0 war nicht gut, die versetzte 5:1 funktionierte besser«, erklärte Wandschneider die Umstellung in der Abwehr. »Wir müssen in der Abwehr viel härter spielen«, brachte es Björnsen auf den Punkt. »Wir sind überhaupt nicht zufrieden mit diesem Spiel.«

Wetzlar kam gut in die zweite Hälfte und erzielte durch Kapitän Kristian Björnsen in der 37. Minute den 20:20-Ausgleich. Filip Mirkulovski war für Fredriksen in der Mitte gekommen, Weissgerber rückte auf Rechtsaußen, während sich Björnsen im rechten Rückraum wiederfand. Das Angriffsspiel der HSG war so durchschaubar, denn die Verantwortung lag vor allem auf Rubin, der zwar acht Tore machte, aber auch vier Fahrkarten zog. Melsungens Kühn gelang es, sich der Sonderbewachung zu entziehen - und so blieb die Partie bis zum 23:23 von Srsen (47.) eng. In einer Auszeit forderte Wandschneider von seiner Abwehr mehr Aggressivität, doch die Hausherren hielten dem Druck von allen Seiten stand und erarbeiteten sich bis zur 54. Minute durch Domagoj Pavlovic die 28:23-Führung. »Nach dem Spiel am Freitag war das heute nur Kampf, nur Kopf, nur Charakter«, gab Heinevetter bei Sky zu Protokoll. »Wir mussten uns durchbeißen, und es war klar, dass das nicht einfach wird. Hinten raus war es dann noch mal richtig eng, aber im Endeffekt war das nur Kampf gegen die schlechte Laune - und das haben wir geschafft.« Rubin gelang in der 59. Minute zwar noch der 28:29-Anschlusstreffer, doch Melsungen behielt kühlen Kopf. Gegen die offene Manndeckung der HSG setzte sich Kai Häfner durch und erzielte den 30:28-Endstand.

»Uns hat die letzte Konsequenz gefehlt und nach Ballgewinnen das Umschalten. Wir müssen uns mit Gegenstößen für die gute Abwehrarbeit belohnen - und das ist uns heute über 60 Minuten nicht so gelungen«, lautete das Fazit von Wandschneider.

MT Melsungen: Heinevetter, Simic; Maric, Kühn (6), Lemke (1), Kompenhans, Reichmann (3/3), Kunkel (5), Mikkelsen, Arnarsson (1), Pregler, Häfner (2), Salger (1), Kastening (9), Pavlovic (2).

HSG Wetzlar: Till Klimpke, Suljakovic, Ivanisevic; Srsen (4), Henningsson (2), Björnsen (6), Ole Klimpke, Mirkulovski (2), Weissgerber (1), Holst (1/1), Fredriksen (1), Gempp, Mellegard (3), Rubin (8), Lindskog.

SR: Kuttler/Merz (Meckenbeuren/Oberteuringen). - Z: keine. - Zeitstrafen: 4:6 Min. - Siebenmeter: 3/3:4/1.



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