16. September 2021, 22:36 Uhr

HSG Wetzlar

Niederlage in Magdeburg

Der HSG Wetzlar fehlen beim SC Magdeburg Tore von den Halbpositionen. Die 26:30-Niederlage ist die logische Konsequenz.
16. September 2021, 22:36 Uhr
Umkämpft war die Partie von der ersten bis zur letzten Minute. Am Boden Magdeburgs Magnus Gullerud und Wetzlars Adam Nyfjäll. FOTO: IMAGO

HSG Wetzlar


Es bleibt dabei - für die HSG Wetzlar gibt es beim SC Magdeburg kaum etwas zu holen. In der Handball-Bundesliga setzte es am Donnerstagabend auswärts eine 26:30 (15:15)-Niederlage. Zu wenig Tore von den Halbpositionen, die von der SCM-Deckung super weggenommen wurden, und ein paar technische Fehler zuviel waren mit ausschlaggebend.

Dabei hatten sich die Grün-Weißen lange gegen den European League-Sieger nach verschlafenem Beginn lange zur Wehr gesetzt, Die Wetzlarer lagen schnell mit 1:5 hinten. Der SCM überzeugte mit einer konzentrierten Abwehr, die sofort zupackte und den Angriff der Gäste unter Druck setzte. Daraus resultierten technische Fehler und Fehlwürfe, die die schnellen Magdeburger Außen zu bestrafen wussten. Bereits nach vier Minuten zitierte HSG-Trainer Benjamin Matschke seine Mannschaft an die Seitenlinie.

»Das brauche ich nicht«, tobte Matschke und rüttelte seine Spieler wach. Wo vorher zu viel durch die Mitte gespielt wurde, schafften es die Wetzlarer nun, den Ball besser laufen zu lassen und bis auf die Außenpositionen durchzuspielen. Dennoch blieben die Gastgeber am Drücker und zogen bis auf 13:8 (Smits, 18.) davon.

In der 19. Minute blieb HSG-Kreisläufer Patrick Gempp nach einem Zweikampf mit Smits liegen. Nach einer Behandlung am linken Knie verließ Gempp von zwei Mitspielern gestützt das Feld. Seine Verletzung schien das restliche Team anzustacheln. Gestützt auf mehrere Paraden des eingewechselten Anadin Suljakovic im Tor gelang Domen Novak in der 26. Minute gar der 13:13-Ausgleich. Die Wetzlarer Abwehr rackerte, blockte die Wurfversuche und trieb den SCM in technische Fehler. Die Gäste zeigten ein gutes Rückzugsverhalten und hielten den Magdeburger Wellen stand. So erarbeitete sich die HSG per Siebenmeter von Maximilian Holst in der 30. Minute das 14:15 zur Pause.

Und die Gäste blieben nach Wiederanpfiff dran. Suljakovic entnervte den Magdeburger Angriff zu Beginn mit drei seiner insgesamt acht Paraden und machte so den Weg zum 18:18 (39.) vom sonst gut abgeschirmten Stefan Cavor frei. Bei der gleichen Aktion traf Magdeburgs Marco Bezjak Magnus Fredriksen im Gesicht und musste für zwei Minuten vom Feld. Die nach ein paar strittigen Entscheidungen sowieso schon aufgeheizte Stimmung bei den Magdeburger Fans entlud sich nun auf den Wetzlarer Spielmacher. Jede Ballberührung gereichte zu einem Pfeifkonzert, dass den Norweger nicht kalt ließ. Seine Aktionen wurden spürbar unsicherer, Pässe fanden zunehmend nicht ihren Abnehmer. Das Wetzlarer Angriffsspiel stockte und der SCM nutzte seine Chancen. Zudem lebte Coach Bennet Wiegert auch von seinem in der Breite besser besetzten Kader. Im Rückraum konnten die Magdeburger ohne Qualitätsverlust munter durchwechseln.

Eine Zeitstrafe von Felix Danner verhalf den Gastgebern zur vorentscheidenden 23:20-Führung. Trainer Matschke setzte deshalb ab der 47. Minute alles auf eine Karte. Im Angriff spielte er mit sieben gegen sechs, hinten stellte er die Defensive auf eine 5:1-Formation um, in der Emil Mellgard den Magdeburger Angriff auf der vorgezogenen Position stören sollte. Wetzlar kämpfte sich einige Male bis auf zwei Tore heran, aber der SCM verteidigte das Überzahlspiel der Gäste sehr konzentriert. Letztendlich fehlten der HSG Konsequenz und Durchschlagskraft, um das Magdeburger Bollwerk dauerhaft in Bedrängnis zu bringen.

»Wir schaffen es in der zweiten Halbzeit, die Crunchtime deutlich zu dominieren, um über die Abwehr hier mit vier Toren zu gewinnen«, analysierte SCM-Coach Wiegert bei Sky. HSG-Außen Holst sagte: »Dafür, dass wir so einen schlechten Start hatten, haben wir das sehr gut gemacht. In der zweiten Halbzeit steht das Spiel auf der Kippe, aber dann musst du da sein. In den letzten zehn, zwölf Minuten haben wir einfach zu viele Fehler gemacht. Bälle weggeworfen, sieben gegen sechs schlecht gespielt. Da muss einfach viel passen. Es haben bei allen Spielern ein paar Prozent gefehlt, um einer Mannschaft wie Magdeburg einen Punkt abzuknöpfen oder einen Sieg mitzunehmen.«

SC Magdeburg: Jensen, Green; Chrapkowski (1), Kristjansson, Pettersson (4), Magnusson (7/3), Hornke (3), Weber (4), Gullerud (2), Mertens (1), Jensen, O’Sullivan (1), Bezjak (2), Smits (1), Damgaard (3), Preuss (1).

HSG Wetzlar: Klimpke, Suljakovic; Srsen, Nyfjäll (3), Mirkulovski, Danner (2), Weissgerber, Holst (7/5), Fredriksen, Forsell Schefvert (4), Gempp, Mellegard (1), Rubin (1), Novak (6), Cavor (2).

Im Stenogramm / SR: Blümel/Loppaschewski (Berlin). - Z.: 3474. - Zeitstrafen: 2:8 Min. - Siebenmeter 4/3:7/5.

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