21. Dezember 2020, 14:00 Uhr

Handball

Kneer überrascht alle beim Coup des TV Hüttenberg

Was für ein Comeback. Stefan Kneer hat nach einjähriger Verletzungspause den TV 05/07 Hüttenberg zum 28:26-Sieg beim TV Großwallstadt geführt.
21. Dezember 2020, 14:00 Uhr
JSA
So sehen Sieger aus: Das Team des TV 05/07 Hüttenberg feiert in der Kabine der Untermainhalle in Elsenfeld den wichtigen 28:26-Erfolg über den TV Großwallstadt. FOTO: TVH

TV 05/07 Hüttenberg


Eine beachtliche Leistung hat der TV 05/07 Hüttenberg am Samstag in der 2. Handball-Bundesliga gezeigt - mündend in einem 28:26 (12:11)-Auswärtssieg beim TV Großwallstadt. Eine frühe Rote Karte brachte Matchwinner Stefan Kneer früher als gedacht ins Spiel. Johannes Wohlrab bleibt als Coach des Zweitligateams damit ungeschlagen. Sein Ass im Ärmel überraschte nicht nur ihn selbst, sondern wohl auch den Gastgeber in Elsenfeld. »Ein Riesenkompliment an meine Mannschaft. Ich muss allerdings Stefan Kneer noch einmal herausheben. Das war eine fantastische Spielsteuerung von ihm«, sagte Wohlrab nach dem Auswärtssieg.

Doch bevor es dazu kam, war die Aufgabe in Unterfranken alles andere als leicht. Das im Tor der Hausherren ein Jan-Steffen Redwitz in guter Form steht, musste Tobias Hahn nach wenigen Sekunden erfahren. Der Ex-Hüttenberger parierte den Siebenmeter von Hahn, kassierte dann aber den Nachwurf. Das 1:0 war die Führung für die Gäste und sie sollte auch nicht mehr auf die Großwallstädter Seite wandern. Beide Teams legten mit einem hohen Tempo los, versuchten, über die schnelle Mitte oder die zweite Welle die Unordnung in der gegnerischen Abwehr für einfache Treffer zu nutzen. Fast schon tänzerisch durch die Abwehr schlängelte sich so Merlin Fuß beim 3:1. Bereits in der Anfangsphase präsentierten sich die Hüttenberger agil in der Abwehr. Damit hatte der TVG-Rückraum große Probleme. Wenn die Hausherren zum Torerfolg kamen, dann meist über ihren Überflieger auf Rechtsaußen, Pierre Busch - neunmal netzte der 20-Jährige insgesamt ein.

Ian Weber sieht früh Rote Karte

Der ohnehin schon dünn besetzte Rückraum des TVH verlor in der 13. Spielminute einen weiteren Eckpfeiler: In einer diskutablen Situation zeigte das Schiedsrichtergespann Ian Weber nach einer Abwehraktion gegen Savvas Savvas die Rote Karte. So kam es dann zwei Minuten später zum Comeback von Kneer - nach einem Jahr Zwangspause wegen einer Rückenverletzung, neun Jahre nach seinem Europacup-Finale mit dem TV Großwallstadt und an seinem 35. Geburtstag. Der Ex-Nationalspieler verstärkte erst einmal vorrangig die Abwehrreihen des TVH.

Bereits davor hatte seine Mannschaft schon eine ansprechende Leistung gezeigt. Bei Großwallstadt gefiel Trainer Ralf Bader der stotternde Angriffsmotor nicht, sodass er in der 17. Minute seine Mannen beim Stand von 4:6 zur Auszeit bat. Während bei Hüttenberg sich anschließend Dieudonne Mubenzem und Niklas Theiß erfolgreich ins Spiel einfügten, war es aufseiten der Unterfranken immer wieder Busch, der für Tore sorgte. So setzte sich der TVH auf 9:6 ab, ließ anschließend in der Zielstrebigkeit und Konzentration allerdings etwas nach. Deshalb verkürzte Großwallstadt zum 11:12-Halbzeitstand. Auch nach der Pause gelang es den Mittelhessen, sich einen kleinen Vorsprung zu erarbeiten. »Unterstützt« wurde die Mannschaft dabei wohl von einer Störung der Hallenuhr, durch die eine längere Unterbrechung nach vier Minuten ohne Treffer entstand. In dieser gelang es den Spielern wohl, noch einmal über die richtigen Stellschrauben zu sprechen. Denn kurze Zeit später - mit seinem ersten Treffer im Hüttenbeger Trikot - erzielte Kneer die 14:12-Führung. Der Fokus der TVG-Abwehr auf ihn stieg mit zunehmender Spielzeit, was vor allem Hendrik Schreiber mehr Freiheiten bescherte. Sieben der zehn Tore auf Hüttenberger Seite ab der 44. Minute (18:18) gingen auf das Konto des Duos Kneer/Schreiber. Zwar hielten die Unterfranken immer Schritt, kamen aber nie über den Ausgleich hinaus.

Am Mittwoch gegen Hamm nachlegen

»Das war kämpferisch eine bärenstarke Leistung über 60 Minuten. Unsere Regeneration beginnt jetzt sofort, um uns bestmöglich auf Hamm am Mittwoch vorzubereiten. Dort wollen wir dann die nächsten Punkte einfahren«, richtete Wohlrab den Blick nach dem 28:26-Erfolg sofort nach vorn.

Großwallstadt: Redwitz, Adanir; Jansen (2), Eisenträger (3/1), Bandlow, Matijasevic (1), Bransche, Natsia (1), Weit (2), Corak (4), Stark, Pfeiffer, Spiess, Savvas (4), Busch (9/2).

Hüttenberg: Plaue, Nikolai Weber; Fuß (3), Schwarz, Kneer (5), Theiß (1), Fujita, Ian Weber, Reichl (4), Mubenzem (2), Hübscher, Hahn (3), Klein (4), Jockel, Schreiber (6).

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Lier/Lier. - Zeitstrafen: 2:6 Min. - Rote Karte: Ian Weber (13.). JONAS SPÄTH

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