15. August 2019, 20:56 Uhr

Grundmauern bleiben erhalten

15. August 2019, 20:56 Uhr
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Von Oliver Potengowski
Die Mauerreste, die beim Neubau des Kindergartens »Wichtelwiese« gefunden worden sind, sollen im Pflaster des Eingangsbereichs sichtbar gemacht werden. (Foto: sax)

Entgegen der ursprünglichen Planung sollen die beim Neubau der Kindertagesstätte »Wichtelwiese« entdeckten römischen Grundmauern nicht zerstört werden. Bürgermeister Bertin Bischofsberger berichtete am Mittwochabend während der Stadtverordnetenversammlung, dass die Mauern in die Gestaltung der Außenanlage der neuen Kita einbezogen werden sollen.

Die ursprüngliche Planung des Neubaus sah vor, dass im Bereich, in dem die Überreste eines römischen landwirtschaftlichen Gebäudes gefunden worden waren, Betonpfähle in den Boden gebohrt werden. Diese wären nach den Berechnungen des Statikers für die Standsicherheit des Gebäudes in der feuchten Niederung am Dorn-Assenheimer Ortsrand notwendig gewesen.

»Wenn so etwas gefunden wird, darf es nicht beschädigt werden«, erläuterte Bischofsberger in der Sitzung. Dieselbe Vorschrift verhindere allerdings auch, die originalen Mauerreste in den Neubau zu integrieren. »Wir dürfen keine Mauerreste herausnehmen und im Kindergarten verbauen«, erklärte er.

Vorplatz wird anders gepflastert

Stattdessen sollen jetzt 70 Zentimeter lange Betonpfähle in den Boden gesetzt werden, zwischen denen Schotter aufgefüllt werden soll. Auf den Pfählen soll dann später die Bodenplatte des Kindergartens aufliegen, ohne die Mauerreste zu belasten oder beschädigen.

Dennoch sollen die archäologischen Funde in der späteren Kita sichtbar werden. Eine Überlegung war, durch ein Fenster im Boden den Blick auf einen Mauerabschnitt zu ermöglichen. Bürgermeister Bischofsberger erklärte im Gespräch mit der WZ, dass diese Lösung jedoch zu aufwendig gewesen wäre. Sie hätte einen Schacht erfordert, der rechts und links der Mauer ein Fundament benötigt hätte. Außerdem wäre eine Belüftung notwendig gewesen, damit die Glasscheibe des Fensters nicht durch die Bodenfeuchtigkeit beschlägt. Die Kosten für eine solche Lösung hätten rund 10 000 Euro betragen, schätzte Bischofsberger.

Deshalb sollen jetzt die Teile der Mauern, die unter dem Eingangsbereich des Kindergartens liegen, durch eine unterschiedliche Pflasterung des Vorplatzes sichtbar gemacht werden. Außerdem soll eine Tafel an die Funde erinnern. Weiterhin habe die CDU vorgeschlagen, die Straße zum Kindergarten in »Römerstraße« umzubenennen. »Wenn wir Glück haben, bekommen wir vielleicht sogar die paar Kleinigkeiten, die man gefunden hat, damit wir sie in einer Vitrine ausstellen«, hofft Bischofsberger.

Gerhard Rack (CDU) äußerte angesichts der Funde sein Bedauern, dass der Bereich nicht intensiver erforscht wird. »Warum lässt man den Kreisarchäologen Herrn Lindenthal mit seinen Leuten da nicht weitermachen und alles untersuchen?«



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