15. August 2022, 21:06 Uhr

Verbrenner-Aus »nicht zu Ende gedacht«

15. August 2022, 21:06 Uhr
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Aus der Redaktion
Betriebsbesichtigung bei Hartmann Spezialkarrosserien mit (v. l.) Mario Döweling, Jürgen Lenders, Thomas von Berg und Pascal Tomaschewski. FOTO: PM

Ob Geldtransporter, Werkstattwagen oder Reisemobile - die Produkte der Hartmann Spezialkarosseriebauer aus Alsfeld begegnen einem überall. Doch die letzten Monate verlangen von der Geschäftsführung um Thomas von Berg und Vertriebsleitung Pascal Tomaschewski viel Kreativität und Fingerspitzengefühl. Das erfuhr der FDP-Bundestagsabgeordnete Jürgen Lenders bei einem Besuch, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Von explodierenden Energiepreisen bis hin zu unterbrochenen Lieferketten - alle Probleme des Weltmarktes betreffen auch den Alsfelder Mittelständler. Doch die drohende Gasknappheit im Winter sei das aktuell größte Thema, berichtet von Berg: »Für viele unserer verarbeiteten Materialien benötigen wir eine Mindesttemperatur von 18 Grad. Erreichen wir diese in unseren Hallen nicht, können wir nicht produzieren. Zurzeit versuchen wir durch Zusammenlegen von Produktionshallen jede mögliche Kilowattstunde Gas einzusparen, aber wenn das Gas komplett ausbleibt, steht hier alles still.«

Jürgen Lenders ist optimistisch, dass sich die Gaskrise im Winter nicht aufs Äußerste verschärft: »Hartmann ist ein gutes Beispiel dafür, wie Unternehmen im ganzen Land enorm viel Gas einsparen. Es ist zwar großer Einsatz unserer Wirtschaft nötig, aber so sind wir auf dem Weg, unsere Gasspeicher bis November zu mehr als 90 Prozent zu füllen und dann halbwegs unbeschadet durch den kommenden Winter zu kommen.«

Aber auch das jüngst vom EU-Parlament beschlossene Verbrenner-Aus wurde zwischen dem Bundestagsabgeordneten und den Herstellern von Spezialfahrzeugen diskutiert, denn noch konnte dem Unternehmen niemand beantworten, wie ab 2035 die energieintensiven Spezialaufbauten für Werkstätten und Rettungskräfte betrieben werden können.

Die Akkus aktueller Elektrofahrzeuge reichen lediglich für den Antrieb der Fahrzeuge. »An diesen Beispielen sieht man, dass das generelle Verbrenner-Aus nicht bis zum Ende gedacht wurde. Es ist doch keinem zu vermitteln, dass wir den Verbrenner aus dem Motorraum verbannen, nur um anschließend wieder Dieselgeneratoren auf die Dächer zu schnallen, um die Aufbauten zu betreiben. Vor diesem Hintergrund war es nur klug und richtig, dass wir Freien Demokraten uns in den Verhandlungen auf EU-Ebene damit durchgesetzt haben, Verbrennungsmotoren, die nur mit klimaneutralen E-Fuels betrieben werden, von diesem Verbot auszunehmen«, resümiert Lenders.



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