Vogelsbergkreis

SPD sieht sich im Aufwind

Die Vogelsberger Sozialdemokraten zeigten sich auf ihrem Unterbezirksparteitag selbstbewusst, zufrieden mit den jüngsten Erfolgen und in Aufbruchstimmung für die nächsten Wahltermine. Ihre Unterstützung sagten ihnen die beiden SPD-Bundestagsabgeordneten Kaweh Mansoori und Felix Döring zu.
31. Oktober 2021, 17:06 Uhr
GKM
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Ehrung für Manfred Görig, v. li. Kaweh Mansoori, Patrick Krug, Görig und Felix Döring. FOTO: GKM

Die Vogelsberger Sozialdemokraten zeigten sich auf ihrem Unterbezirksparteitag selbstbewusst, zufrieden mit den jüngsten Erfolgen und in Aufbruchstimmung für die nächsten Wahltermine. Ihre Unterstützung sagten ihnen die beiden SPD-Bundestagsabgeordneten Kaweh Mansoori und Felix Döring zu.

Beim Parteitag in Romrod stand zunächst ein prominenter Sozialdemokrat im Mittelpunkt: Landrat Manfred Görig, der seit 1980 der Partei angehört. Unterbezirksvorsitzender Patrick Krug überreichte ihm die Urkunde für 40-jährige Mitgliedschaft und ging auf den Werdegang und das politische Engagement Görigs in Gremien und Ämtern ein. Dieser startete seine politische Laufbahn in Romrod, wo er wohnt. Von der ehrenamtlichen Politik wechselte er 2008 zu einem hauptamtlichen Mandat im Landtag.

Im Juni 2012 gewann er die Direktwahl zum Landrat des Vogelsbergkreises, ein Amt, das er seitdem innehat, obwohl die SPD nicht die stärkste Fraktion im Kreistag stellt. Görig hat, so Krug, »weit über die Region hinaus gewirkt und maßgebliche Beiträge zum Erfolg der Partei geleistet«. Viele Erfolge der SPD hätte es ohne Görigs Engagement nicht gegeben. »Ich kann nur sagen: Du hast diesen Landkreis positiv verändert.«

Der so Gewürdigte erläuterte, wie man erfolgreich Politik gestalte: »Man muss, wenn man Wahlen gewinnen will, an sich glauben.« Mit dieser Haltung ließen sich andere begeistern. Man müsse »hart kämpfen«, dann stelle sich am Ende der Erfolg ein. »Die SPD ist wieder da!« rief er den rund 60 Delegierten zu, die zum Parteitag in das Romröder Bürgerhaus gekommen waren. Mit anhaltendem, begeistertem Applaus würdigten diese das 40-jährige Engagement Görigs in ihrer Partei.

Ingo Schwalm nahm diese Steilvorlage für sozialdemokratische Politikgestaltung gern auf. Der erfahrene Kommunalpolitiker kandidiert für das Bürgermeisteramt in Romrod Er bekräftigte, dass er an sich glaube und sein bisheriges Engagement gern in Zukunft hauptamtlich fortführen möchte, weil »man im Hauptamt mehr bewirken kann«:

Ein solches Mandat hat Felix Döring soeben gewonnen. Ihm war es bei der Bundestagswahl gelungen, sich im Wahlkreis Gießen-Vogelsberg gegen Kanzleramtsminister Dr. Helge Braun von der CDU durchzusetzen. Er bedankte sich für die Unterstützung der Genossinnen und Genossen »in dem grandiosen Wahlkampf«. Äußerungen, die das gute Abschneiden der SPD auf die Schwäche anderer Parteien zurückführten, trat er entschieden entgegen: »Unser Erfolg ist unserer eigenen Stärke zu verdanken, nicht den Fehlern der Anderen.«

Er sprach sich für die Beteiligung an der Ampelkoalition aus, auch wenn die von der SPD vorgeschlagene Vermögenssteuer nicht realisierbar werde. Als positive Politikziele, die vereinbar seien, nannte er die Überwindung von Hartz 4, einen Mindestlohn von zwölf Euro und das Erreichen der Klimaneutralität. »Wenn das möglich ist, müssen wir das machen«, betonte Döring. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der nächste Bundeskanzler Olaf Scholz heißen und Frank-Walter Steinmeier im nächsten Jahr als Bundespräsident wiedergewählt werde.

Als SPD-Vertreter, der an den Koalitionsgesprächen teilnimmt, betonte Kaweh Mansoori, dass »das Comeback der SPD gelungen ist«. Er hob hervor, dass der Erfolg eine »Gemeinschaftsleistung« war und positionierte die SPD als »Partei der Solidarität«, für die der moderne Sozialstaat ein »solidarischer Sozialstaat« sei. Dessen wesentliches Merkmal sei, dass die Reichen angemessen dazu beitragen, öffentliche Aufgaben zu finanzieren, beispielsweise zu Erhalt und Ausbau der Infrastruktur. Es werde in Berlin gerade eine »Regierung des Aufbruchs für eine Gesellschaft mit Respekt« geschaffen.

Nach diesem Schau auf Berlin lenkte Patrick Krug den Blick auf die politische Lage im Vogelsbergkreis. Er verwies auf den Mitgliederzuwachs, den die SPD in den letzten beiden Jahren verzeichnete. Die politischen Vorstellungen sind in die Koalitionsvereinbarung mit der CDU eingeflossen und mit deren Umsetzung habe man bereits begonnen. Als Beispiele nannte er: Ganztagsangebote für Schülerinnen und Schüler, die Weiterentwicklung des Nahverkehrs, den Klimaschutz mit der Schaffung der Stelle eines Klimaschutzmanagers und die Verringerung des Kohlendioxidausstoßes der kreiseigenen Gebäude sowie die Sportförderung.

Zu diesen Themen will die Kreis-SPD »weiterhin darüberhinausgehende Ideen entwickeln«, um den Vogelbergkreis als attraktiven Lebens- und Arbeitsort zu erhalten und diesen auszubauen. Es gilt das »Versprechen, hier ein gutes Leben führen zu können«.

»Mut und Zuversicht« waren für den Unterbezirksvorsitzenden, den der Parteitag im Amt bestätigte, wie für die anderen Redner die entscheidenden Zutaten für den Einsatz der SPD auf den verschiedenen politischen Ebenen - und die nächsten Wahlkämpfe. Neben der Bürgermeisterwahl in Romrod wird dies vor allem die Landtagswahl im nächsten Jahr sein. Selbstbewusst kündigte Krug an, dass die Vogelberger Partei, die »überdurchschnittlich stark ist«, diese Stärke bei der Listenaufstellung für diese Wahl »merklich berücksichtigt« sehen will.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/spd-sieht-sich-im-aufwind;art74,760462

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