Vogelsbergkreis

Osterbotschaft an vertrauten Orten

Vogelsbergkreis (pm). Ostern ist das höchste Fest der Christenheit, umso bedauerlicher ist es für alle Mitglieder der Gemeinden, dass dieses Fest nun schon zum zweiten Mal nicht so gefeiert werden kann, wie man es gerne hätte: Mit einem Osterfeuer oder einem gemeinsamen Frühstück, Gottesdiensten mit Musik und Eiersuchen.
30. März 2021, 21:57 Uhr
Redaktion
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Teile der Installation, die in der Kirche in Strebendorf zu sehen sein werden. FOTO: PM

Vogelsbergkreis (pm). Ostern ist das höchste Fest der Christenheit, umso bedauerlicher ist es für alle Mitglieder der Gemeinden, dass dieses Fest nun schon zum zweiten Mal nicht so gefeiert werden kann, wie man es gerne hätte: Mit einem Osterfeuer oder einem gemeinsamen Frühstück, Gottesdiensten mit Musik und Eiersuchen.

Die Konfirmanden des Gruppenpfarramts Vogelsberg suchten mit ihren Pfarrern neue Wege, das Osterfest zu begehen - das Ergebnis: ein Weg, oder genauer gesagt 16 Wege, denn in allen Dörfern des Gruppenpfarramts, von Dirlammen bis Vadenrod, können Menschen nun die Ostergeschichte verfolgen - eine Geschichte von Vertrauen und Verrat, von Tod und Vergebung, von Glaube und Auferstehung. Ein Weg, der dezentral dazu einlädt, einen individuellen Zugang zur Karwoche und Ostern zu finden. Und Jesu Weg vom Einzug in Jerusalem bis hin zu seiner Auferstehung. In jedem Dorf ist mindestens eine Originalstation zu sehen. Die Geschehnisse des Palmsonntags sind in der Strebendorfer Kirche nachempfunden: Esel, Palmwedel, Kleidung und jubelnde Menschen wird man dort treffen. Alle weiteren Stationen sind im Original in einem der anderen Dörfer aufgebaut. Plakate und Fotos davon machen die Wege jedoch in jedem Dorf komplett.

Gefangennahme und Abendmahl

»Man kann auf diese Weise die Ostergeschichte nacherleben und einen Weg den Hinweisschildern in den Dörfern entlang akribisch nachgehen, man kann aber auch einfach an einem Punkt starten oder verweilen und sich jeden Tag eine neue Station vornehmen«, erläutert Pfarrer Jürgen Pithan.

Und natürlich stehe es den Menschen frei, mal in den anderen Dörfern nach den Originalstationen zu suchen. »Es lohnt sich«; lädt Pfarrerin Dorothée Tullius-Tomášek dazu ein, »denn es sind wirklich großartige Installationen entstanden, an denen lange gearbeitet wurde«. Das Abendmahl Jesu mit den Jüngern ist als einzige Station in mehreren Dörfern zu finden, so in der Kirche in Windhausen als Tisch, an dem man sich in die Situation verschiedener Jünger hineinversetzen kann.

Die Konfirmanden nehmen die Besucher mit in den Garten Gethsemane (Kirche Köddingen) und stellen die Gefangennahme Jesu (Pfarrhaus Groß-Felda) dar. Weitere Stationen in den anderen Dörfern führen zum Osterfest: Die leere Grabkammer am Ostermorgen findet man im Keller des Meicheser Gemeindehauses, und die Begegnung Marias mit dem auferstandenen Jesus haben die »Konfis« in der Dirlammer Kirche gestaltet - als Arbeit über die Perspektive und die Chancen des zweiten Blicks im Leben.

Auch den Jüngern, die kaum glauben können, dass Jesus auferstanden ist, kann man auf dem Weg begegnen. Die letzte Station mit Thomas befindet sich in der Kirche in Meiches. Für die 33 Konfirmanden des Gruppenpfarramts war die Erarbeitung des Stationenweges sehr abwechslungsreich. Nicht nur ihren Vorstellungsgottesdienst ersetzt dieser Weg nun, er war auch für sie persönlich ein Gewinn, da die Arbeit in den Zeiten der Pandemie eine Möglichkeit des gemeinsamen Tuns, des Austauschs und der Kreativität bot.

Gewinnspiel für Kinder

Für ihre Station haben sich die Jugendlichen in Kleingruppen intensiv mit ihrem Thema befasst, sich mit der Bedeutung der Bibelstelle auseinandergesetzt und sie mit Fragen, die sie heute bewegen, verknüpft. So fragen sie danach, ob Jesu Verspottung am Kreuz nicht auch Züge von Mobbing trägt, oder lassen die stille Grablegung Jesu einmünden in Gedanken an die Trauernden, die unter Corona nur im engsten Familienkreis Abschied nehmen konnten.

Seit Palmsonntag sind die Stationen aufgebaut, in der Regel sind die Kirchen zu bestimmten Zeiten geöffnet, sie sind zentrale Stellen der Originalstationen.

Wo was zu finden ist, wird in den einzelnen Orten bekanntgegeben, man kann es auch auf der Website des Gruppenpfarramts nachlesen (gruppenpfarramt-vogelsberg. ekhn.de). Begibt man sich auf die Wege, sollte man Stift und Smartphone dabei haben, denn es die Konfis haben sich auch interaktive Angebote ausgedacht - sogar ein Gewinnspiel für Kinder.

Auf der Website des Gruppenpfarramts kann man auch die Videoandachten anschauen, die die Aktionen begleiten.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/osterbotschaft-an-vertrauten-orten;art74,730162

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