15. November 2022, 21:57 Uhr

Mahnung, sich für den Frieden einzusetzen

15. November 2022, 21:57 Uhr
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Von Herbert Schott
Ortsvorsteher und Reservisten mit Pfarrerin Witznick und Bürgermeister Bach bei der Gedenkfeier. FOTO: HSO

Im Feldatal fand zum Volkstrauertag wieder eine zentrale Veranstaltung statt. Pfarrerin Dorothea Witznick und Bürgermeister Leopold Bach hatten die Bürger zur Andacht nach Stumpertenrod in die schöne Fachwerkkirche eingeladen. Ein Angebot für alle im Feldatal, die an diesem Tag zum ehrenden Gedenken an die Toten der beiden Weltkriege, an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, der Vertreibung und der Flucht aus der Heimat, dabei sein wollten. Der ev. Posaunenchor Stumpertenrod/Ulrichstein begleitete die Andacht musikalisch.

»Wir haben auf der ganzen Welt viele Kriege und aktuell ist uns besonders der Krieg in der Ukraine auf europäischem Boden gegenwärtig«, sagte Pfarrerin Witznick zum Beginn. Sie begrüßte zur Andacht Bürgermeister Bach, die Ortsvorsteher der Feldatal-Gemeinden, die Vertreter der Reservistenkameradschaft Feldatal, den ev. Posaunenchor und die Besucher.

In ihrer Andacht erinnerte sie an die Grauen des Krieges für die Menschen und stellte dabei besonders die Frauen in den Mittelpunkt. Diese seien besonders die Opfer dieser Kriege, aber auch die Opfer von Soldaten.

Kaum einer habe mit einem Krieg gerechnet, doch am 24. Februar sei mit dem Überfall auf die Ukraine alles anders gekommen. »Wieder stehen dabei Frauen im Mittelpunkt: Sie kommen mit ihren Kindern zu uns, russische und ukrainische Frauen trauern um ihre Männer, und im Iran sind es aktuell wieder die Frauen, die sich gegen ihr Regime auflehnen.« Zwischen ihren Ausführungen gab es immer wieder Liedeinspielungen, wie etwa das »Lied vom Nicht-Verstehen« von der Gruppe Maybebop und »Bella Ciao«, das Partisanenlied, in der Version mit Reinhard Mey, Hannes Wader und Konstantin Wecker.

Bürgermeister Leopold Bach sagte, dass durch das Gedenken und die Erinnerungen die Opfer und die Hintergründe ihrer Schicksale im Bewusstsein blieben. »Die Gräueltaten des Faschismus, die Elend, Gewalt und Tod nicht nur über unser Land gebracht haben, was hunderttausenden von Menschen, Soldaten, Frauen Alten und Kindern den Tod brachte, darf nie in Vergessenheit geraten. Darum ehren wir das Andenken aller im Krieg Getöteten, gleich ob Soldaten, Frauen und Kinder. Gleich welcher Nationalität, Hautfarbe oder Religion.« Eigentlich sei es eine Aufforderung, dass es nie mehr zu solchen Verbrechen an der Menschheit kommen darf. Die Realität sehe aber derzeit völlig anders aus, stellte der Bürgermeister fest. »Der Überfall Putins auf die Ukraine hat uns eines Besseren belehrt und uns Tod und Leid auf unseren Kontinent zurückgebracht. Krieg in Europa ist wieder traurige Realität! Ein Krieg mit all den schrecklichen Attributen - Gewalt, Folter, Unterdrückung und Tod. Es gibt viele Gründe für Kriege, aber für alle gibt es keine Berechtigung.« Mit Blick auf die Situation in Deutschland forderte er, dass man sich im Kleinen und Großen für ein friedvolles, soziales Miteinander sowie Gerechtigkeit einsetzen solle. Mit dem Segen von Pfarrerin Dorothea Witznick zogen die Ortsvorsteher und die Reservisten mit ihren Kränzen unter den Klängen des Posaunenchors aus der Kirche aus, um diese dann auf den jeweiligen Friedhöfen niederzulegen.



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