10. August 2022, 21:27 Uhr

»Lass uns reden«

10. August 2022, 21:27 Uhr
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Aus der Redaktion
Für respektvollen Umgang an Schulen: Antje Reinmuth-Kaut (Pestalozzi Förderschule), Sophia Löwe, Renate Loth (Caritas) und Carsten Röhrscheid (Ohmtalschule, v. li.) FOTO: PM

»Lass uns reden« ist das Motto des Programms »Respekt Coaches« vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und wird seit 2018 an Schulen erfolgreich umgesetzt. Mittlerweile sind es mehr als 270 Standorte in Deutschland. Seit Anfang des Jahres arbeitet Sophia Löwe beim Caritaszentrum im Projekt »Respekt Coaches« im Vogelsbergkreis.

Das Bundesprogramm ist ein Angebot des Jugendmigrationsdienstes (JMD), welcher schon viele Jahre beim Caritaszentrum angesiedelt ist. Ziel des Programms liegt in der primären Prävention, um junge Menschen vor Extremismus in all seinen Erscheinungsformen, Rassismus sowie gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zu schützen.

Gegenseitigen Respekt fördern

»Ich unterstütze Schülerinnen und Schüler dabei, ihren eigenen Standpunkt zu finden, sich selbst im Diskurs mit anderen zu positionieren und mit unterschiedlichen Auffassungen umzugehen. Gemäß dem Programm-Motto ›Lass uns reden! Reden bringt Respekt‹ geht es um gegenseitiges Zuhören, Haltung entwickeln und positive Erfahrungen durch einen respektvollen Umgang miteinander«, berichtet Löwe.

»Ich selbst kannte das vom Bund finanzierte Projekt vorher nicht, aber ich merke immer wieder, wie gut mein Studium zu all den Themen passt«, so Löwe weiter, die in Kiel Pädagogik und Politikwissenschaft studiert hat. »Voraussetzung für die Umsetzung ist eine Kooperation mit einer oder mehreren Schulen. Wir sind sehr froh, dass sich der Direktor der Homberger Ohmtalschule, Carsten Röhrscheid, und die Direktorin der am Schulstandort verbundenen Förderschule Pestalozzischule, Antje Reinmuth-Kaut, auf eine Kooperation eingelassen haben«, erläutert Renate Loth, Bereichsleiterin des Caritaszentrums.

Röhrscheid betont, dass es mehr als notwendig ist, dass für die Schüler diese wichtigen Themen bearbeitet werden. Auch Direktorin Reinmuth-Kaut begrüßt die Bezuschussung des Bundesministeriums für diese wichtige Arbeit. »Der nächste Schritt ist nun mit den relevanten Akteure der Schulen zusammen ein Präventionskonzept zu entwickeln, dessen Schwerpunkte primärpräventive Ziele der zu planenden Workshops und Gruppenangebote sein sollen«, informiert Löwe.

Die Gruppenangebote und Workshops werden entweder von der Fachkraft selbst durchgeführt oder es werden Referenten gesucht. Dabei sollen unterschiedliche Themen in den Angeboten behandelt werden. Möglich sind Anti-Mobbing, Selbstwirksamkeit, Konfliktlösung, politische Bildung oder auch Diskriminierung.

»Das Motto: ›Lass uns reden‹ ist keine Floskel, sondern gelebte Praxis. In den Workshops kann es durchaus vorkommen, dass aus einem geplanten Format ein offener Diskurs entsteht«, berichtet Löwe. Sie freut sich schon sehr auf die Arbeit mit den Schulen und Jugendlichen und geht davon aus, dass diese in einem noten- und bewertungsfreien Raum eher und offener über ihre Probleme, die häufig Mobbing, Rassismus oder auch Queer Feindlichkeit beinhalten, sprechen werden.



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