31. März 2021, 21:31 Uhr

Filmgenuss unter freiem Himmel

31. März 2021, 21:31 Uhr
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Von Jutta Schuett-Frank
Szene aus »Avatar - Aufbruch nach Pandora«. Mit einer Open-Air-Kino-Reihe will das Mücker Jugendbüro Filmgenuss bieten und etwas für den Umweltschutz tun. FOTO: DPA

Mücke (sf). Bereits im vergangenen Jahr entwickelten die Sozialpädagoginnen des Kinder- und Jugendbüros Mücke die Projektidee, in Mücke ein sogenanntes Wanderkino zu etablieren. Open Air sollte es in den warmen Monaten des Jahres obendrein sein, »weil es ein einzigartiges Erlebnis ist, unter freiem Himmel gemeinsam mit anderen bei Getränken, Snacks und einem richtig guten Film den Abend zu verbringen. Dabei kann man mal abschalten und es sich einfach gut gehen lassen«, so Katharina Schell.

Schell hat auf kultureller Ebene einiges an Stadterfahrungen im Gepäck und für sie waren Open-Air-Veranstaltungen in Berlin, Wiesbaden oder auch Gießen und Marburg jeweils nicht wegzudenken. Auch und sogar mit besonders gemeinschaftlicher Note fanden in den vergangenen Jahren Open-Air-Kinos immer größeren Zuspruch auf dem Land, wie beispielsweise in Grünberg, Alsfeld und Lauterbach.

Weniger Fahrten und weniger Müll

Im vergangenen Jahr stieß Bürgermeister Sommer die Teilnahme am Wettbewerb um den Demografiepreis 2020 bei den damals noch »Neuen« der Kinder- und Jugendarbeit für Mücke an.

Heraus kam die Idee des Open-Air-Kinos mit der Besonderheit, neben dem vergnüglichen Aspekt das Thema Klimaschutz einzubinden. »Weil es so einfach geht und man mit einfachen Mitteln etwas für die Umwelt tun kann.«

So lasse sich durch das Reduzieren von gedruckten Flyern und Plakaten und vermehrter Online-Werbung, durch Veranstaltungen vor Ort, wodurch die Bürger nicht erst in die nächstgelegenen Städte fahren müssen, durch den Verzicht auf Plastikgeschirr, die Verwendung von Mehrwegflaschen und recycelbaren Materialien, die Auswahl von Blockbustern, die sich mit dem Thema Umweltschutz beschäftigen (etwa »WALL E - Der letzte räumt die Erde auf« oder »Avatar - Aufbruch nach Pandora«) und vielen anderen Möglichkeiten auf einfache, oft pragmatische Weise etwas zum Klimaschutz beitragen.

Nicht zuletzt steigerten kulturelle Veranstaltungen die Attraktivität des Lebens auf dem Land, »sie schaffen mehr Möglichkeiten der Begegnung«.

Die erste Probeveranstaltung fand bereits im September in Groß-Eichen statt. Hier engagierten sich sechs Jugendliche des Ortes für die Open-Air-Kinoveranstaltung. Aufgrund des schlechten Wetters wurde die Veranstaltung kurzfristig ins DGH verlegt, wo Klein und Groß gleich zwei Filmvorführungen in Kinoqualität, Popcorn, Chips, Limo und frische Bratwurst im Brötchen in gemütlicher Atmosphäre genießen konnten.

Obwohl das Rühren der Werbetrommel noch ausbaufähig war und aufgrund der Pandemie einige Hygienemaßnahmen und Vorbereitungen für mehr Aufwand sorgten, war es unterm Strich eine gelungene Veranstaltung und die Jugendlichen waren zurecht sehr stolz auf ihre Einnahmen, die sie als Spende für ihren Jugendraum verwenden können.

Durch die Art der Veranstaltung kann nahezu jeder Ort als Veranstaltungsort dienen und verschiedene regionale Akteure sich als Veranstalter und/oder Unterstützer zeigen. Feuerwehr oder Karnevalsverein, Schule oder Kindergarten, Kirche, Gastronomie, Autohändler, Landwirte und mehr sind gefragt, mit ihren Themen und für ihre Zwecke dieses »Veranstaltungsmodul« zu nutzen. Die Mitarbeiter des Kinder- und Jugendbüros unterstützen die Organisation und Koordination der Veranstaltung in jeglicher Hinsicht und freuen sich auf Anfragen.

Eine Besonderheit soll dabei immer sein, dass sich die Jugendlichen jederorts für den Verkauf von Eintrittskarten, Popcorn, Getränken und Co. engagieren können, um so ihre Vereins- oder Jugendraumkasse aufzufüllen - die Jugendlichen müssen dazu nicht einer bestehenden Gruppe angehören, es sind alle Jugendlichen ab 14 Jahren gefragt, die Lust haben, einen Open-Air-Kinoabend zu organisieren und entsprechende Einnahmen für ihre Zwecke zu verwenden.

Den Demografiepreis 2020 konnten die Sozialpädagoginnen im vergangenen Jahr nicht einstreichen, jedoch nehmen sie am diesjährigen Wettbewerb erneut mit ihrem Projekt teil, um eine eigene Kinoausrüstung anschaffen und mit dem Open-Air-Kino in Serie gehen zu können.

Bürgermeister Sommer genehmigte eine Filmlizenz der MPLC Deutschland GmbH, um so für diesen Teil der Jugend-arbeit grünes Licht zu geben.

»Nun hoffen wir auf Lockerungen in Sachen Corona. Das Open-Air-Kino ist pandemietauglich beziehungsweise gibt es ein geringes Ansteckungsrisiko, weil es an der frischen Luft und mit ausreichend Abstand stattfinden kann. Jetzt müssen nur wieder Veranstaltungen erlaubt sein«, so Schell erwartungsvoll.

Infos zum Open-Air-Kinop unter Tel. 01 51/41 40 70 08 oder der Tel. 01 71/3 33 55 19 oder eine E-Mail schreiben an an kijumuecke@posteo.de.



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