22. Oktober 2018, 22:12 Uhr

Pionierprojekt in Daubringen

22. Oktober 2018, 22:12 Uhr
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Aus der Redaktion
Die Bauarbeiten für das Multifunktionsgebäude in Daubringen können beginnen. Den ersten Spatenstich setzen (v. l.) Barbara Nölle (Impuls), Klaus Döring (DRK), Jürgen Christmann (DRK), Landrätin Anita Schneider, Bürgermeister Peter Gefeller und Christian Betz (DRK). (Foto: est)

»Kinder können sich nicht aussuchen, wo und unter welchen Umständen sie ihre ersten Lebensjahre verbringen. Aber Kinder haben ein Recht darauf, dass ihnen möglichst viel Gutes widerfährt.« So begrüßte Bürgermeister Peter Gefeller die zahlreichen Gäste, die zum ersten Spatenstich für das Pionierprojekt des DRKs gekommen waren. Der offizielle Startschuss für den Bau des Mehrzweckgebäudes mit Kita, Familienzentrum und Begegnungsstätte fiel am Montag in Daubringen.

Vor eineinhalb Jahren kam beim DRK die Idee auf, sich nun auch in der Kinderbetreuung stark zu machen und fand in Daubringen die richtige Anlaufstelle. »Wir möchten etwas Neues beginnen«, sagte Christian Betz, der im Vorstand des DRK-Kreisverbandes Marburg-Gießen tätig ist. In Zusammenarbeit mit der Stadt Staufenberg und dem Verein Impuls entsteht in der Friedhofsstraße nun auf über 2500 Quadratmetern das Multifunktionsgebäude.

Die drei Stockwerke sollen mit viel Leben gefüllt werden: Das Untergeschoss ist für das Familienzentrum vorgesehen. Dort plant der Bauherr DRK eine Sozial- und Seniorenhilfe sowie Praxisräume mit dem Schwerpunkt Kindertherapie. Im Erd- und Obergeschoss werden Kita und Begegnungsstätte einziehen.

Mit Räumen für vier Gruppen à 28 Kinder in einem Alter über und unter drei Jahren soll die zur Zeit bestehende Betreuungslücke von 50 Plätzen geschlossen werden. In den Räumen der Begegnungsstätte soll der Kulturverein Impuls ein neues Zuhause finden. Die Anwohner dürfen sich auf Lesungen, Kleinkunst, Vorträge, Spieleabende, Livemusik und vieles mehr freuen: ein sinnstiftender Mittelpunkt für Staufenberg.

Die Planung des etwa vier Millionen Euro teuren Gebäudes haben die Architekten des Büros Wahle und Zinkler aus Frankfurt übernommen. Das in Hessen bis jetzt einmalige Projekt wurde vom Bundesförderprogramm für Kindertagesstätten mit 640 000 Euro bezuschusst. Zusätzlich werden Gelder aus der Dorferneuerung Daubringen zur Verfügung gestellt. »Möge das Haus immer voll sein«, verkündete Vorstandsmitglied Diethard Heyn.

Bis Ende 2019 soll der Neubau stehen. Anfang 2020 soll er bezugsbereit sein. »Wir können uns vor Anfragen und Bewerbungen kaum noch retten«, sagte Gefeller. Die richtigen Fachkräfte zu finden, sei eine Herausforderung, die gegen Ende dieses Jahres bereits gemeistert werden soll.

Auch Landrätin Anita Schneider hatte sich für diesen besonderen Moment Zeit genommen. Sie betonte die Einzigartigkeit des Mehrzweckgebäudes und den optimalen Standort. »Staufenberg wächst und wird immer attraktiver«, sagte sie. Das belegten auch die Zahlen: Seit 1999 wachse die Bevölkerung um 8,26 Prozent. Tendenz steigend. Die drei beteiligten Institutionen werden erstmals in einem Gebäude vereint. »Diese Kooperation bietet die Möglichkeit, soziale Kompetenzen zu stärken und präventive Sozialarbeit zu leisten. Davon wünsche ich mir mehr«, sagte Schneider lächelnd.



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