Hessen

Immer mehr geplatzte Termine

In den hessischen Impfzentren wurden zuletzt vermehrt vereinbarte Termine für eine Corona-Schutzimpfung nicht wahrgenommen. Die durchschnittliche Quote lag im Land jüngst bei rund 20 Prozent nicht wahrgenommener Termine, wie das Innenministerium mitteilt. Dennoch habe in der Regel kein Impfstoff aufgrund des kurzfristigen Nichterscheinens der Bürger ungenutzt entsorgt werden müssen.
22. Juli 2021, 21:52 Uhr
DPA
Coronavirus-ImpfzentrumTübinge
Leere Impfzentren, wartende Ärzte: Termine sind über das zentrale Vergabeportal des Landes sehr kurzfristig zu haben. FOTOS: DPA

Es würden vor Ort in den Zentren nur so viele Injektionsfläschchen vorbereitet, wie auch perspektivisch tatsächlich genutzt werden können, erklärte das Ministerium. Fälle von Impfstoffvernichtung aufgrund überzähliger Dosen, die nicht geimpft werden konnten, seien dem Land aktuell nicht bekannt. Bislang hätten in den Impfzentren Dosen nur in Einzelfällen nicht genutzt werden können. Hintergrund waren den Angaben zufolge hauptsächlich verunreinigte Chargen.

Die hessische Landesregierung hat per Kabinettsbeschluss die Schließung der 28 Impfzentren im Land für Ende September 2021 festgelegt. Damit sei bis zum letzten Tag der Betrieb sichergestellt und garantiert, dass die nachfrageabhängigen Bedarfe vollständig abgedeckt werden können. Wer seine Erstimpfung in einem hessischen Impfzentrum bekommt, wird laut Ministerium auch seine Zweitimpfung dort erhalten.

Um das Impftempo wieder zu erhöhen, werden in den Impfzentren derzeit verstärkt Sonderimpfaktionen durchgeführt. Es werde beispielsweise in Gießen Studierenden an der Universität oder in Frankfurt Fußballfans vor dem Stadion ein Angebot unterbreitet. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) ist aber gegen Belohnungen für Menschen, die sich impfen lassen. Seit Mitte Juli bietet das Land nach eigenen Angaben auch ein neues Angebot für kurzfristige Impftermine innerhalb von vier Tagen in den Impfzentren über das zentrale Terminvergabeportal des Landes an. Derzeit würden im Durchschnitt etwa 20 000 Menschen täglich in Impfzentren geimpft. Dabei überwiege aktuell der Anteil der Zweitimpfungen.

Weniger strenge Regeln seit gestern

Seit gestern gelten in Hessen deutlich weniger strenge Corona-Regeln. Die Testpflicht wird an vielen Stellen gelockert. Es dürfen wieder mehr Menschen ohne Anmeldung zu größeren Festen und Veranstaltungen kommen. Sollte die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt aber den Wert von 35 übersteigen, entfallen die neuen Lockerungen und es gelten die bisherigen Maßnahmen zum Schutz vor einer Ansteckung. Diese Corona-Verordnung der hessischen Landesregierung läuft zunächst bis zum 19. August.

Landesweit lag die Inzidenz gestern bei 16,9. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen noch 15 betragen.

Zudem wurden in Hessen binnen 24 Stunden 248 neue Corona-Infektionen registriert. Es gab vier weitere Todesfälle. Seit Beginn der Pandemie starben hessenweit 7573 Menschen mit oder an dem Virus. Die Zahl der erfassten Infektionen beträgt insgesamt 293 201.

45 Menschen auf Intensivstationen

Auf den hessischen Intensivstationen lagen nach Daten des DIVI-Registers (Stand 6.19 Uhr) 45 Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung. 14 von ihnen mussten beatmet werden. DIVI steht für Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/hessen/immer-mehr-geplatzte-termine;art189,745042

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